» Veränderungen in der Bräunsdorfer Kirche seit ihrer Einweihung «

Die erste einschneidende Veränderung war zweifellos die Wiederaufstellung des spätmittelalterlichen Schnitzaltars im Altarraum der Kirche. Der Anstoß dazu war von außen gekommen. Es gab einen Interessenten für den auf dem Kirchboden ausgelagerten und dem Verfall preisgegebenen Altaraufsatz. Die Verhandlungen über einen Verkauf weckten in Bräunsdorf das Interesse. Zunächst sollte die rechte Seitenwand des Altarraums benutzt werden, um das Kunstwerk oberhalb von Sakristei- und Kanzelaufgang aufzustellen. Erst der Druck der damaligen Landesdenkmalpflege, die auch den größten Teil der Renovierungskosten trug, führte dazu, dass die Bräunsdorfer auf den Anblick des schönen und geliebten Weihnachtsfensters hinter dem Altar zugunsten des alten mittelalterlichen Werkes verzichteten. Wie vom damaligen Kirchenvorstand gewünscht, konnte der Flügelaltar rechtzeitig 1938 am Tage des vierhundertjährigen Reformationsjubiläums in Bräunsdorf aufgestellt werden.

Noch einschneidender war die Neugestaltung des Kircheninneren in den fünfziger und sechziger Jahren. Damals wurde die recht dunkle Ausmalung der Wände durch einen hellen Anstrich ersetzt. An die Stelle des ursprünglichen Sandsteinaltartisches trat ein schlichter gemauerter Altar mit einer Porphyrplatte. Außerdem wurde der alte Taufstein aus Porphyr, der viele Jahre vor der Kirche als Blumenschale gestanden hatte, überarbeitet und in der Taufkapelle aufgestellt.

Die wichtigsten Veränderungen aber betrafen die Fenster. Von den ursprünglichen Fenstern ist nur das Weihnachtsfenster hinter dem Altar geblieben. Rechts und links von ihm ist nun je ein helles großes Fenster ohne Bilder. Die alten Bilder, Lamm und Taube wurden in die Sakristeifenster eingefügt. Alle anderen wurden von Frau Ursula Luderer unter theologischer Beratung durch den damaligen Pfarrer Gerhard Küttner neu gestaltet. Die Ausführung übernahm Kunstglasermeister Joachim Lange aus Plauen. Ein ganzes geistliches Programm wurde dabei umgesetzt. Die kleinen Fenster unter den Emporen stellen einen evangelischen Kreuzweg dar mit 15 Stationen vom Gebet Jesu in Getsemane bis zur Grablegung. Die drei großen Fenster an der Ostseite behandeln das Thema Ostern, die an der Westseite die Vollendung des Heilsplanes mit Braut und Lamm in der Mitte und den Zeugen des alten und neuen Bundes zu den beiden Seiten. Schließlich sind auf den beiden Fenstern der Südseite rechts und links von der Orgel alttestamentliche Themen dargestellt: links Isaaks Opferung, rechts Mose mit den Gebotstafeln.

Schließlich sind noch drei Dinge zu nennen, die die äußere Gestalt der Kirche nicht verändert haben, aber trotzdem für die Bräunsdorfer Kirche von großer Bedeutung waren. Das erste ist die neue Orgel, die von der Firma Eule nach langer Vorbereitungszeit 1984 in das alte Gehäuse eingebaut wurde. Das zweite ist die Sanierung der Außenhaut der Kirche vom Außenputz bis zur Turmspitze, die unter den günstigen Bedingungen nach der Wende und Wiedervereinigung 1994 durchgeführt werden konnte. Die dritte Maßnahme ist der Einbau einer neuen mit Gas betriebenen Heizung an Stelle der alten verschlissenen Kohleheizung.

In all dem zeigt sich, dass unsere Kirche von der Gemeinde geliebt und bewohnt wird. Sie war nie nur kunsthistorisches Denkmal, sondern immer Heimat, der Ort, an dem man Gottesdienst feiert.